Aktuelles

Deutscher Amateurtheaterpreis 2010 vergeben

Foto: Karl-Uwe Baum; Steinhaustheater Bautzen mit Szene aus "Der Selbstmörder".

Foto: Markus Wiese; Szenen aus der Choreographie "Verschränkungen" der Juniorcompany des Leipziger Tanztheaters.

Sachsen zweimal die Nase vorn!

Der Bund Deutscher Amateurtheater e. V. hat in seiner Presseerklärung am 4. Mai 2010 die Preisträger des Deutschen Amateurtheaterpreises 2010 bekannt gegeben.

Erstmals wurde die Preisvergabe in dem im vergangenen Jahr geschaffenen Deutschen Amateurtheaterpreis in sechs Kategorien vorgenommen. Für den Deutschland weit ausgeschriebenen Preis lagen der achtköpfigen Jury mit Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Direktor des Instituts für Kulturpolitik, Universität Hildesheim, an der Spitze, insgesamt 260 Bewerbungen vor. Auch sächsische Amateurtheater haben sich in den einzelnen Kategorien beworben und im großen Feld der Bewerber beachtlich durchgesetzt. Zumindest die bundesdeutsche Spitze in den Kategorien „Schauspiel“ und „Musik- und Tanztheater“ kommt 2010 aus Sachsen!

Den ersten Preis in der Kategorie „Schauspiel“ erhielt das STEINHAUSTHEATER Bautzen mit der Inszenierung „Der Selbstmörder“ von Nikolai Erdman unter der Leitung vom Michael Linke, Künstlerischer Leiter der Theatergruppe und des LATS. Die Inszenierung behauptete sich gegenüber weiteren 113 Einsendungen. „Der Selbstmörder“ ist eine satirische Komödie aus dem Rußland der 20er Jahre, die mit großem Wortwitz und grotesker Situationskomik Selbstsucht, Spießertum und ideologische Vereinnahmung aufs Korn nimmt und mit hohem komödiantischen Vermögen in Szene gesetzt wurde.  Das STEINHAUSTHEATER hat seinen Sitz im soziokulturellen Zentrum Steinhaus in Bautzen und betreibt dort eine kleine Zimmerbühne mit regelmäßigem Spielbetrieb. Das Theater ist seit 1999 Mitglied im Landesverband Amateurtheater Sachsen (LATS).

Nicht ganz unerwartet erhielt auch das Leipziger Tanztheater (LTT) für seine„Juniorcompany der Älteren“ und der Choreographie „Verschränkungen“ von Bettina Werner einen 1. Preis in ihrer Kategorie zugesprochen. Die 21 Tänzerinnen zwischen 14 und 18 Jahren suchen in dieser Produktion nach verläßlichen Werten in einer schnelllebigen und überforderten Gesellschaft und bieten dabei eine Welt visueller Eindrücke und getanzter Emotionen. Das LATS-Mitglied gehört zu den ältesten Tanztheatern in der Bundesrepublik und hat sich auch international einen guten Ruf erarbeitet. „Die Sieger können sich über ein Preisgeld von je 2.000 Euro und eine Reise nach Berlin freuen.“

Weitere 1. Preise gingen in der Kategorie „Kinder- und Jugendtheater“ an das „piccolo theater“ aus Cottbus für „Die Gitter schweigen“, an das Seniorentheater in der Altstadt (SETA Düsseldorf) in der Kategorie „Seniorentheater“ und an die Freilichtbühne Coesfeld für das Musical „Vanity Fair“ in der Kategorie „Freilichttheater“. Die prämierten Theatergruppen werden ihre Inszenierungen im Rahmen eines Preisträgerfestivals, das vom 16. bis 19. September 2010 in Berlin stattfindet, vorstellen.

Die Auszeichnung in der Kategorie „Lebenswerk“ erhält Renate Lichnok (Jg. 1943), die langjährige Künstlerische Leiterin des Theaters „Die SCHOTTE“ aus Erfurt.

Die Auszeichnung der sächsischen Amateurtheater zeigt einmal mehr die herausragende fachliche Arbeit im Freistaat und im Landesverband, lagen doch der Jury im Bereich „Schauspiel“ weitere durchaus aussichtsreiche Bewerbungen aus Sachen vor. Mit seinen bescheidenen Mitteln unterstützt der Landesverband die fachliche Arbeit der Theater durch vielfältige Maßnahmen. So unter anderem seit 2007 durch die Vergabe eines eigenen Sächsischen Amateurtheater-Preises, der dieses Jahr zum 3. Mal ausgelobt wurde. Seit 2006 wird der LATS vom Land institutionell gefördert.

s. http://www.steinhaustheater.de, http://www.leipzigertanztheater.de und http://www.bdat.info.

 

Überlebt DramaVision?

DramaVision, eine Amateurtheatergruppen um den Dramaturgen Matthias Schluttig aus Leipzig, kämpft dieses Jahr ums Überleben. Das an die ARGE Leipzig angebundene Theaterprojekt, in dem 1-€-Jobber mittels Theaterarbeit für das Berufsleben fitt gehalten werden, steht vor dem Aus! Die ARGE wird voraussichtlich das Projekt nicht mehr finanzieren. Auch für die Bewerbung der aktuellen Inszenierungen fehlt das Geld. Da die Gruppe keine eigenen Spielstätte hat, vagabundiert sie durch Leipzig und muß an mehreren Orten auftreten. So versucht sie auch mit „Sommertheater“ auf Hinterhöfen und in Parks sich über die Runden zu helfen. Unter den 5 angebotenen Inszenierungen befinden sich 4 Premieren. Mit „Reigen“ von Arthur Schnitzler soll im August die letzte Premiere stattfinden. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda hofft man, daß nötige zahlende Publikum zusammen zu bekommen Der angefügte Spielplan zeigt Datum und Aufführungsorte der Inszenierungen an.

Weitere Informationen unter: www.dramavision.de

 

 

„Die seltsamste Liebesgeschichte der Welt“

Premiere des Stückes ist am 23. Mai - 14 Uhr im Keller des soziokulturellen Zentrum „die VILLA“ in Leipzig (Lessingstraße 7)

weitere Vorstellungen:

  • 23. Mai, 15:30 und 17 Uhr sowie
  • 24. Mai, 14, 15:30 und 17 Uhr jeweils im Keller der VILLA

Ein Theaterstück über Suchen, Finden und Verlieren, von der Sehnsucht, bei der unklar ist, ob sie je gestillt werden kann.

 

„WAHR€S über BAR€S“

Premiere des Stückes ist am 28. Mai – 18 Uhr im HinterHof des soziokulturellen Zentrums „die Villa“ in Leipzig (Lessingstraße 7 – 04109 Leipzig) mweitere Vorstellungen:

  • 29. Mai, 18 Uhr VILLA Hinterhof
  • 6./11. & 12. Juni jeweils 15 Uhr im Rosenthal Leipzig [Nähe Zoo Leipzig]
  • 20. Juni, 19 Uhr im Gasthof “Zur Tenne” [Schulze-Delitzsch-Straße 19 - 04315 Leipzig]

Ein dokumentarisches Theater über fünf Menschen und ihre intime Beziehung zum eigenen Geld.

5 Menschen, 5 Geschichten, 5 Schicksale                    *der Eintritt ist frei

 

 „Grüne Grenze“

Premiere des Stückes ist am 28. Juni – 18 Uhr im Freizeitpark Rabet (Nähe Eisenbahnstraße)
weitere Vorstellungen:

  • 30. Juni und 1./2./3. Juli sowie
  • 7./8./9. und 10. Juli jeweils 18 Uhr im Freizeitpark Rabet

Ein biographisches Theaterprojekt rund um Wolfgang R., der mehrfach versuchte die DDR ungesetzlich zu verlassen. Das Großprojekt wird als Sommertheaterspektakel im Rahmen des größten Leipziger Ferienspiels “Stadt in der Stadt” im Freilufttheater Rabet uraufgeführt.

 

„Ein Königreich für eine Fußbodenheizung“

… spielen wir auch nochmal, nämlich am 18. Juni um 21:30 Uhr beim Amateurtheaterfestival im LOFFT, Lindenauer Markt 21 und am 11. und 12. September im Haus Steinstraße.

  

„Reigen“

Premiere im August 2010.

Landesverbände als Basisstruktur

Der von der Ministerin Prof. v. Schorlemer und von Prof. Binas am 15. April in Dresden vorgestellte Bericht bescheinigt den evaluierten Kultureinrichtungen und -verbänden, daß sie durch ihre "zahlreichen Angebote das kulturell-künstlerische Erscheinungsbild des Freistaates wesentlich mitbestimmen". An anderer Stelle hebt der Bericht hervor: "Die feste Verankerung der institutionell geförderten Kultureinrichtungen und -verbände in den kulturellen Strukturen und im Kulturleben Sachsens macht sie zu einer der wichtigen tragenden Säulen der Kultur des Freistaates."

In den ca. 190 Seiten umfassenden Arbeit werden die einzelnen Einrichtungen und Verbände einer differenzierten Betrachtung unterzogen und Schlußfolgerungen sowie Handlungsempfehlungen aufgestellt. Auch der Landesverband Amateurtheater Sachsen wurde eingeschätzt. Dabei wird ihm eine breite und vielschichtige Arbeit bescheinigt, die aber mit den vorhandenen Ressourcen nicht umfassend in guter Qualität zu leisten ist. Der Bericht folgert deshalb: "Es zeigt sich, dass die Anforderungen an den Verband in den letzten Jahren enorm gestiegen sind und weitere zusätzliche Aufgaben nur über eine bessere personelle Ausstattung zu bewältigen sind." Und an anderer Stelle: "Die gegenwärtige Situation lässt erkennen, dass in absehbarer Zeit der Verband mindestens mit einer Personalstelle ausgestattet werden muss".

Nicht zu übersehen ist allerdings, daß die Einordnung des breiten Wirkungsfeldes des Verbandes sich auch für die Berichterstatter schwierig gestaltet. Sind doch die Überschneidungen dieser Arbeit zu angrenzenden Feldern wie der freien Theater-Szene, dem staatlichen wie kommunalen Theaterbetrieb sowie der Soziokultur und dem Bildungsbereich mitunter fließend. Eine einfache Übernahme einzelner Teilaufgaben aber ist aus der Sicht des Verbandes nicht ratsam. Der LATS muß deshalb künftig ein noch genaueres Profil entwickeln. Die Ministerin Frau Prof. v. Schorlemer betonte mehrfach die Bereitschaft des Ministeriums zur weiteren Förderung dieses Bereiches und hob aber gleichzeitig die Notwendigkeit zur Fortführung eines Dialoges hervor, mit der Absicht, künftig zu konkreten Zielvereinbarungen mit den geförderten Einrichtungen und Verbänden zu kommen.

Zur Pressekonferenz in den Räumen des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst waren neben zahlreichen Journalisten auch Vertreter der evaluierten Einrichtungen und Verbände erschienen. Vom LATS war neben Karl Uwe Baum auch Tanja Kirsten gekommen, die gegenwärtig für dem Verband ein Projekt Öffentlichkeitsarbeit durchführt.

Eine Kurzinformation über den Bericht von Prof. Eckhard Binas und Thomas Strittmatter kann man hier einsehen.

Kulturraum erstellt Leitlinien

Der Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien hat sich vorgenommen, seine 15 Jahre alten Leitlinien zu überarbeiten. Dabei soll alles auf den Prüfstand und auch über Strukturdefizite soll diskutiert werden. Wenn nötig, so der Konventsvorsitzende, Bernd Lange, zur Auftaktkonferenz am 13. April 2010 in Bautzen, müssen auch neue Wege beschritten und veränderte Zielstellungen definiert werden. Dazu braucht es Mut aber besonders die Mitarbeit breiter Kreise und Fachkompetenz von Außerhalb. Neben Persönlichkeiten der Kultureinrichtungen, Gemeinden und Landkreise des Kulturraumes waren deshalb auch Vertreter überregionaler Einrichtungen und Verbände sowie des Kultursenates der Einladung gefolgt.

Eine wesentliche Aufgabe wird es in dem bis November abgesteckten Prozeß sein, faßbare Auslegungen der Bezeichnungen "Kulturraumrelevanz" und "regionale Bedeutsamkeit" vorzunehmen. Der Geschäftsführer des Landesverbandes Soziokultur, Tobias Knoblich, wird den Prozeß moderierend und beratend begleiten. Die Fachkompetenz der IG Landeskulturverbände soll dabei mit einfließen. So wird unter anderem der LATS bei den Beratungen der Fachbeiräte "Darstellende Kunst" und "Soziokultur" mitwirken.

FSJ Kultur

Große Nachfrage beim FSJ Kultur - Stellen durch drastische Kürzungen im Bereich Freiwilligendienste gefährdet

Bis zum 31. März haben sich 645 junge Menschen um einen FSJ Kultur-Platz bei der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) beworben, um sich ein Jahr lang in einer Kultur- oder Jugendeinrichtung in Sachsen freiwillig zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und sich beruflich zu orientieren.

In Anbetracht dieser unverändert hohen Nachfrage bedauert die LKJ als Träger des FSJ Kultur die durch den Freistaat angekündigte mehr als Halbierung der geförderten FSJ-Stellen von derzeit 1.100 auf 500 ab 1. September 2010. Sie sind weder aus fachlicher noch aus jugendpolitischer Sicht nachvollziehbar.

Durch die angekündigte Halbierung der geförderten FSJ-Plätze wird jungen Menschen die Möglichkeit genommen, ein FSJ in ihrer Heimat durchzuführen. Sie verlassen Sachsen und gehen in andere Bundesländer. Der Wunsch junger Menschen, sich gesellschaftlich und sozial zu engagieren, ist ein kostbares Gut der Gesellschaft. Er erfährt durch die Stellenreduzierung eine Absage. Die Glaubwürdigkeit der Politik steht auf dem Spiel, wenn sie einerseits junge Menschen zur Mitgestaltung der Gesellschaft einlädt, ohne jedoch andererseits die erforderlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.  

Die Einsatzstellen im FSJ, ganz gleich, ob es sich um Krankenhäuser, Jugend- oder Kultureinrichtungen handelt, sind auf die verlässliche Mitarbeit junger Freiwilliger angewiesen. Sie schaffen einen MEHR-WERT an sozialen Beziehungen, kulturellen Angeboten und sozialer Gemeinschaft.

Deshalb fordert die LKJ Sachsen e.V. die Rücknahme dieser geplanten Kürzungen durch die Staatsregierung und eine am Bedarf orientierte Bereitstellung durch das Land geförderter Plätze.

Das Freiwillige Soziale Jahr in der Kultur ist ein Bildungsjahr für junge Menschen zwischen 15 und 27 Jahren. Die Freiwilligen engagieren sich in Vollzeit gegen ein Taschengeld in einer kulturellen Einrichtung. Über den Träger sind derzeit 75 Freiwillige in Kultureinrichtungen der Hoch- und Basiskultur sachsenweit im Einsatz.

Weitere Informationen unter www.lkj-sachsen.de

Kontakt: Dr. Christine Range, range@lkj-sachsen.de , 0341 25 77 306

10. Verbandstag erfolgreich

 

Am 6. März führte der Landesverband Amateurtheater seinen 10. Verbandstag im Dresdener Theaterhaus „Rudi" durch. Der Vorstand legte Rechenschaft über eine sehr erfolgreiche Wahlperiode ab. „Die Jahre 2008 und 2009", so der wiedergewählte Vorsitzende Karl Uwe Baum, „stellten für den Verband große Herausorderungen dar." Auf die neuen Anforderungen der aktuellen Kulturpolitik mußte sich auch der LATS einstellen. So hat er seine kulturpolitischen Aktivitäten ausgeweitet und sich zum Beispiel aktiv im Rahmen der IG Landeskulturverbände betätigt und an zahlreichen kulturpolitischen Foren in Sachsen teilgenommen. Mit der Gründung der AG Kinder-, Jugend- und Schultheater 2009 wurden Voraussetzungen geschaffen, stärker als bisher, sich in diesen Bereich einzubringen.

Intensiv hat sich der Verband mit seiner Positionierung, Profilierung und Verortung auseinandergesetzt. Die erarbeitete Definition „Amateurtheater" und das Positionspapier „Kulturelle Bildung und LATS" waren erste sichtbare Ergebnisse. Neue Projekte wurden entwickelt und über die durchgeführte Evaluation wichtige Erkenntnisse für die tägliche Arbeit gewonnen.

In dieser Wahlperiode wurde der bisher höchste Mitgliederstand in der Geschichte des LATS mit 41 Gruppen- und 3 Einzelmitgliedern erreicht. Damit ist der Verband mit über 1550 Personen weiterhin der mitgliedsstärkste Landesverband Amateurtheater im Osten. Es ist in dieser Zeit gelungen, die personelle Basis der Arbeit zu verbreitern.

Der Vorstand umfaßt nun sieben Personen. Zwei Arbeitsgruppen wurden gegründet und neue wichtige Partner konnten für eine Zusammenarbeit gewonnen werden. Insgesamt ist ein Prozeß der Umstrukturierung und weiteren Ausdifferenzierung in Gang gekommen, der den Verband auf die neuen Anforderungen einstimmen soll.

Aktuelles